Selbstbehauptung (SB) und Selbstverteidigung (SV)
für Kinder im Grundschulalter
 
Präventionstraining gegen (sexuelle) Gewalt in Kurs- oder Seminarform unter der Leitung von speziell hierfür ausgebildeten Trainer/innen.
 
Gesundheit beinhaltet auch die Fähigkeit eigene Grenzen wahrzunehmen, anzuerkennen und wenn nötig verbal und körperlich zu verteidigen. Erlernte Verhaltensweisen, Handlungsalternativen und einfache Selbstverteidigungstechniken sind nicht nur wichtig zur Abwehr potentieller Gewalttäter, sondern auch eine große Hilfe bei der gesamten Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen.  
 
In einer Zeit hoher Gewaltbereitschaft und Gewaltausübung, die zunehmend in den Medien dargestellt und sehr oft verherrlicht werden, begegnen unsere Kinder immer früher Aggression und Gewalt. Schwächere müssen sich dem Stärkeren unterordnen. Da Kinder die jüngsten und schwächsten Mitglieder innerhalb der Gesellschaft sind, können sie leichter zu Opfern werden.
 
Der Begriff Gewalt ist nicht eindeutig zu definieren, weil ein und dieselbe Handlung oder Situation je nach kulturellen, gesellschaftlichen und persönlichen Bewertungsmaßstäben als Gewalt erlebt und bezeichnet wird  - oder auch nicht. Trotzdem gibt es typische Kennzeichen aller Ausprägungen von Gewalt:
-          zentrale Ausgangsbedingungen für Gewalt sind Macht und Ohnmacht
-          Menschen, die Gewalt ausüben, wollen sich auf Kosten anderer aufwerten.
 
Gewalt ist alles, was gegen den Willen eines Menschen geschieht oder sich aufgrund einer Andersartigkeit gegen ihn richtet und abwertet, von „harmlosen“ Belästigungen bis hin zur massiven körperlichen und psychischen Gewalt. Die Grenzen sind individuell verschieden.
 
Das Ziel des Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurses ist, den Kindern Mut zu machen und das Selbstbewusstsein, das Widerstandspotential und die Verteidigungsbereitschaft zu stärken.
Die meisten alltäglichen Übergriffe können durch Worte und selbstsicheres Verhalten abgewehrt und damit schlimmeres verhindert werden. Die Kinder schärfen ihre Wahrnehmung, lernen wo ihre persönliche Grenze ist und können dadurch erkennen, wann diese verletzt wird. Sie machen ihre persönliche Grenze deutlich, indem sie ein eindeutiges Abwehrverhalten üben. Sie lernen, ihre persönliche Grenze gegen Übergriffe zu verteidigen durch den Einsatz von Mimik, Gestik, Stimme, Körperhaltung und körperliche Gegenwehr durch verschiedene Selbstverteidigungstechniken. Sie lernen vor allem, dass es wichtig ist, der eigenen Intuition zu vertrauen, d.h. Signale im Vorfeld wahrzunehmen, sie ernst zu nehmen und dementsprechend zu handeln. Übungen zum Hemmungsabbau sollen den Mut fördern, sich zu wehren.
Im Selbstverteidigungsanteil werden leicht erlernbare und effektive Techniken vermittelt; hier ist es wichtig, die Prinzipien von Selbstverteidigung zu vermitteln.
 
Der Kurs für SB und SV versteht sich als Prävention und will Impulse setzen. Eindeutiges Verhalten, Vertrauen und Erkennen der eigenen Intuition, Erkennen des eigenen Willens, Stärkung des Selbstbewusstseins, Stärkung des Selbstvertrauens sind Ziele. Durch genaues Nachempfinden mit Körper, Seele, Geist sollen die Kinder lernen, sich ganzheitlich zu sehen, sich so wertzuschätzen und dafür einzustehen. 
 
Neben den positiven Auswirkungen auf Körper und Geist wächst die Fähigkeit zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung auch durch den traditionellen Karate Do Unterricht.